Google wave – die perfekte Welle?

Googles Ansatz, die Art der elektronischen Kommunikation zu revolutionieren, gibt genügend Futter für kritische Betrachtungen. Auch ich empfinde es als eine Schwierigkeit, im tooling Dschungel des social networking (inkl. der guten alten E-Mail) die Übersicht zu behalten, um möglichst wenig Energie in die Aktualisierung möglichst vieler Kanäle zu stecken. Twitter ist z.B. ein wichtiges Verbindungsglied und hat sich aus meiner Sicht als “Appetitanreger” für die ein oder andere vertiefende Recherche etabliert. Nun soll aber alles anders werden. Google stellt sich eine Kommunikation zukünftig als “wave” vor und möchte damit auf dem tooling Markt aufräumen. Um die diversen tools/Konzepte und Protokolle zu integrieren, werden vermutlich viele Plugins (Gadgets) entstehen. Einen sehr ähnlichen Ansatz verfolgt übrigens auch das Mozilla-Team mit der Raindrop Plattform.

Das Marketingkonzept zur Einführung der wave Plattform ist schlicht gesprochen genial. Als Interessent muss man an erst an eine Einladung kommen, für die man sich entweder direkt bei google bewerben kann oder aber einen wave Nutzer, der noch Einladungen verfügbar hat, um eine solche bitten. Zudem ist wave open source und dürfte damit auch wichtige Teams in der community anlocken. Aber wird es google damit tatsächlich gelingen, unsere Kommunikation auf waves umzustellen? Zwei wesentliche Dinge sprechen aus meiner Sicht dagegen:

  1. Die vorhandenen tools sind mittlerweile perfekt ausgestattet und bieten eine sehr breite Funktionspalette. Es gibt natürlich auch eine Menge tools, die bereits hohe Integrationsleistung bringen, um Blogs, Foren, Twitter, IRC etc. im Griff zu behalten.
  2. Ein wave kann per Definition um beliebige Typen von content an beliebigen Stellen der Kommunikationskette ergänzt|modifiziert|kommentiert werden. Das ist für die Übersicht nicht förderlich und wird vor allem nicht digital non-natives abschrecken. Dies könnte sich dämpfend auf die Etablierung von waves auswirken.

Persönlich habe ich die wave Plattform bereits testen können und bin ziemlich ernüchtert wieder auf den Mozilla Seiten gelandet (da muss doch bald ein download von raindrop verfügbar sein). Die bisher angebotenen gadgets sind nur spielkram, der tweet-Bot funktioniert nicht richtig und überhaupt habe ich noch keinen Vorteil eines waves entdecken können. Heisse Luft eines sehr guten Marketings habe ich im Gesicht gespürt, das war es dann aber auch.

Google ist gut, google ist clever und vor allem: google ist beim Kunden. Und genau das lässt mich in einer verhaltenen Positionen verharren. Da kommt noch was…..

Ich freue mich auf Meinungen dazu :-)

2 Comments to “Google wave – die perfekte Welle?”

  1. By Volker, 25/11/2009 @ 09:33

    Auch ich habe Google Wave getestet und bin sehr ernüchtert: Sinnvolle Kommunikation erfordert hier ein hohes Maß an Disziplin von allen Beteiligten. Ein Einzelner hat schon genügend Einfluss, die gesamte Wave für alle unnutzbar zu machen.

    Der negative Höhepunkt war für mich aber erreicht, als ich eine Wave ausdrucken wollte – das ist aktuell einfach nicht möglich.

    Vielleicht hat Google eine größere Vision dahinter, aber in der jetzigen Form sehe ich statt einer Welle nur ganz ruhiges Wasser.

    Volker

  2. By mirco, 10/03/2010 @ 06:56

    Und wie steht es heute? In meinem google account ist trotz meines Widerspruchs ein Buzz aufgetaucht. Auf der wave Plattform antwortet mir keiner mehr und reden höre ich auch niemanden mehr darüber. Ist die Welle verebbt?

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